"Können Kosten der Transaktionen spürbar senken"

17. November 2021

Presse

Der Automobilzulieferer ZF hat im Sommer zusammen mit dem Fintech CRX Markets ein multibankfähiges Factoringprogramm aufgelegt. Im Interview erläutert Corporate Finance Manager Christian Sonders die Hintergründe für diesen Schritt.

Dieser Artikel von Sabine Paulus ist erschienen im E-Magazin 21-2021 von DerTreasurer im November 2021.

Der Automobilzulieferer ZF setzt in seiner Fremdkapitalfinanzierung bislang stark auf bekannte Instrumente wie Bankkredite, Schuldscheine und Anleihen. Jetzt will der Technologiekonzern aus Friedrichshafen zur Diversifizierung zusätzlich Working-Capital-Finanzierungen als alternative Finanzierungsquellen nutzen. Gerade während der Coronakrise haben sich diese bei vielen Unternehmen als ein gutes Instrument erwiesen, um schnell an im Konzern vorhandene Liquidität zu kommen.

Auch ZF sieht darin einen guten Weg, um das Working Capital zu steuern und Risiken zu verringern. „Wir haben uns schon vor der Pandemie mit den Möglichkeiten einer Working-Capital-Finanzierung auseinandergesetzt“, sagt Christian Sonders, Manager Corporate Finance bei ZF. Corona habe das Thema noch einmal beschleunigt.

ZF nutzt Reverse Factoring und Factoring

So nutzt der Automobilzulieferer inzwischen zwei Arten von Working-Capital-Finanzierungen. Bereits im Corona-Jahr 2020 hat der Konzern zusammen mit Santander ein Reverse-Factoring-Programm für Lieferanten ausgerollt. In diesem Jahr folgte ein Multibankprogramm zur Forderungsfinanzierung mit dem Fintech CRX Markets, das ZF derzeit mit verkaufenden Gesellschaften in Deutschland nutzt, während die Debitoren in verschiedenen Ländern und unterschiedlichen Jurisdiktionen sitzen.

Im kommenden Jahr sollen laut Unternehmensangaben darüber hinaus ausländische ZF-Einheiten in das Programm aufgenommen werden. „Über das Supply-Chain-Finance- und das Factoringprogramm können wir nun beide Seiten unserer Bilanz optimieren“, erklärt Sonders.

Um die Aktivseite zu verbessern, hat der Automobilzulieferer gemeinsam mit CRX Markets seine Kernbanken angeschrieben. „Mit weniger als zehn Banken haben wir ein Term Sheet aufgesetzt und das Onboarding an die Plattform vollzogen“, sagt Sonders. Insgesamt acht Monate habe die Vorbereitung des Factoringprogramms gedauert. Anfang Juli fand schließlich die erste Transaktion über die Plattform des Fintechs statt.

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